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Verhalten & Psychologie

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Moana
Anzahl der Antworten 9
zuletzt heute 11:03

Tierschutzbund mit (Leinen)Aggression

Hallo zusammen, haben seit zwei Monaten eine Hündin aus dem Tierschutz, die fast 3 Jahre alt ist. Zu Hause ist sie ein sehr lieber und verkuschelter Hund. Der Rückruf klappte bereits von Anfang an, ohne dass wir es konkret trainiert hätten. Auch auf andere sowohl körpersprachliche Signale als auch verbale Kommandos wie „Nein“ „Decke“ etc. reagiert sie total gut. Sie ist auch überhaupt nicht scheu, sondern sehr neugierig und ist, als wir sie gerade neu hatten, sofort in jeden Raum gelaufen, um alles zu erkunden. Menschen gegenüber ist sie grundsätzlich extrem aufgeschlossen. Nun jedoch zu dem „Problem“. Draußen ist sie wie ausgewechselt. Sie scannt die Umgebung immer extrem, zieht sehr stark ab der Leine und ist völlig angespannt und wenn sie auch nur einen Hund in der Ferne sichtet, fängt sie an zu kläffen und lässt sich nicht beruhigen. Nach Einschätzung der Hundetrainerin ist das wohl auf ihre Straßenhundvergangenheit zurückzuführen. Sie wäre wohl ein Vermeidertyp und wir durch uns und die Leine auf Gassirunden jetzt in Situationen gebracht, in die sie sich nicht begeben würde und reagier dann dementsprechend. Als Übung sollen wir jetzt immer einen großen Bogen um Hunde machen, uns mal einfach nur mit ihr irgendwo hinsetzen, sie an der Brust halten und ihr sozusagen Sicherheit vermitteln. Denn laut Trainerin muss sie lernen uns zu vertrauen, da sie aktuell wohl denkt, sie hätte die Verantwortung für uns und müsse alles für uns regeln. Das extrem belastende dabei ist, dass wir noch einen Ersthund haben, der gar keine Probleme bereitet, aber sich von ihrem Verhalten ansteckend lässt. Daher sollen wir auch immer getrennt Gassi gehen, da er sich sonst ihr schlechtes Verhalten abguckt. Mit unserem Ersthund versteht sie sich total gut, genauso mit Hunden von Freunden. Wir trainieren jetzt bereits seit ca 5 Wochen mit ihr und sehen bisher leider keinerlei Besserung. Manchmal haben wir den Eindruck, dass sich ihr Verhalten eher verschlimmert. Da der nächste Trainertermin erst in 4 Wochen ist, hier meine Frage: Hat jemand ähnliche Erfahrungen oder kann vielleicht Tipps geben, wie wir damit umgehen sollen/können? Vielen Dank euch!
 
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Ramona
Anzahl der Antworten 73
zuletzt heute 07:54

Deprivationssyndrom - wer kennt es noch

Für alle, die das Deprivationssyndrom nicht kennen: Unter dem Deprivationssyndrom versteht man eine Entwicklungsstörung beim Hund, die aufgrund fehlender Reize im prägenden Welpenalter auftritt. Der Hund war in dieser Prägephase keinen bis wenigen entwicklungsnotwendigen Reizen ausgesetzt, wodurch sich das Gehirn nicht optimal entwickeln konnte. Eine ganze Weile wusste ich nicht, was bei Sunny im Köpfchen falsch läuft. Ich wusste nur - sie ist anders Schön fast hypersensibel, ständig unter Stress und für diesen sehr anfällig, mit neuen Situationen total überfordert. "normales" Training nicht möglich, ständige und wirklich ständige Reizüberflutung, bei neuen Reizen nicht mehr abrufbar... Sehr stark auf mich fixiert... Normales Gassi gehen mit anderen nicht möglich... Alles fremde macht ihr enorme Angst Oft bekomme ich zu hören: "da muss sie durch" "sie muss da durch" und ähnliches Dank einer lieben Bekannten und Verhaltenstherapeutin kann ich mittlerweile sagen: NEIN! Das muss Sunny NICHT! Sunny hat das Deprivationssyndrom! Als Welpe in der Tötung, mit 4 Monaten in ein privates Shelter, mit 6 Monaten kam sie zu mir. (Natürlich leidet nicht jeder Hund mit ähnlicher Geschichte unter diesem Syndrom) Das Training mit Sunny benötigt sehr viel Feingefühl und Verständnis für diese Form der Entwicklungsstörung. Man kann nicht einfach mit ihr in Situationen rein gehen, um ihr zu zeigen das nichts passiert. Ganz im Gegenteil: mit einem Entzug aus für sie kritischen Situationen ist ihr viel mehr geholfen. Die Körpersprache das Hundes zu lesen ist enorm wichtig - denn ausschließlich Sunny zeigt mir, wann sie bereit ist einen Schritt vor zu gehen. Es ist ein schwieriger Weg, aber mit Geduld, Zeit und Liebe schafft man es gemeinsam. Allerdings gehört auch die Bereitschaft dazu, Strukturen und Rituale zu erstellen und ein zuhalten - den Tagesablauf mit dem Hund nach dem Hund zu strukturieren. Und nicht nach dem Menschen Wem geht es auch so? Wer hat ebenfalls eine Fellnase mit diesem Syndrom? Würde mich über einen Austausch freuen
 
Verfasser
Bala
Anzahl der Antworten 61
zuletzt heute 07:10

Unsicherer Hund und mega unsicherer Besitzer

Hallo zusammen, ich lese sehr viel von anderen Besitzer*innen. Ich habe ein Problem mit meiner Mischlingshündin. Ich habe so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Ich kann mit meiner Hündin nicht raus gehen, ohne mich vorher umzusehen und mit riesiger Angst. Meine Hündin rastet bei Hunden total aus, sie bellt, springt voll in die Leine und ist Mega aggressiv. Wir sind ausgestattet mit einem Maulkorb etc. Es gab leider mal einen Vorfall bei dem sie sich komplett losgelöst hat von allem, wirklich allem. Sie stand komplett nackt da, das war aufgrund eines anderen Hunden. Sie hat ihn gesehen und ist komplett eskaliert. Daraufhin habe ich versucht sie einzufangen, Glück im Unglück kam ein andere Hund und ich habe mich komplett auf sie geworfen und sie runter gedrückt. Mein Partner musste kommen und mir helfen, weil ich sonst den ganzen Tag so gelegen wäre. Seitdem Zeitpunkt bin ich komplett ängstlich und werde sofort unruhig, wenn ich einen anderen Hund sehe. Ich drehe dann einfach um oder wechsle die Straßenseite. Meine Hündin merkt das natürlich und ich weiß, dass ich der springende Punkt bin. Hat jemand irgendwelche Tipps? Die mir helfen? Wie ich diese ausraster bei ihr lösen kann und meine innere Unruhe? Ich weiß, dass sie Angst hat und ich sowieso!! Mit Menschen war es auch mal sehr problematisch, aber das haben wir hinbekommen. Wie weiß ich nicht, aber es klappt. 💪🏼 Meine allergrößte Hürde ist die Hundebegegnung.. bei einer Trainerin sind wir auch, aber auch bei ihr rastet sie aus. Danke und einen schönen Tag wünsche ich! Grüße
 
Verfasser
Hanna
Anzahl der Antworten 21
zuletzt 18. Mai 11:56

Verhalten Ersthund/Zweithund unklar

Hallo :) Ich bin ganz neu hier und suche direkt nach ein paar Anregungen zu meinem "Problem". Seit ca. einem Dreiviertel Jahr haben wir uns für einen Zweithund entschieden. Unsere Ersthündin ist 5 Jahre alt. Unser Nachzügler ist 2 Jahre alt. Die beiden kommen aus dem Tierschutz. Unsere Hündin war schon immer etwas speziell. Sie hat in ihrem vorherigen Leben wohl viel Negatives erlebt und mag keine fremden Menschen. Anderen Hunden ging sie immer aus dem Weg. Mit ein paar Rüden war sie aber befreundet. Alles sehr ruhige und unaufdringliche Rüden. Natürlich haben wir den Zweithund genau danach ausgesucht. Unser Rüden ist sehr offen und kontaktfreudig, spricht perfekt die Hundesprache und geht jeden Stress aus dem Weg. Die beiden haben sich bei einigen Gassirunden kennengelernt und beide waren sehr entspannt. Zuhause hat unsere Hündin natürlich alles nicht so locker gesehen. Da haben wir alles langsam gemacht, mit Leinen gesichert und konnten so eine gute Zusammenführung schaffen. Nach 14 Tagen wurde schon zusammen gespielt und alles gemeinsam entdeckt. Die darauffolgenden Monate waren großartig. Die beiden wurden unzertrennlich. Zusammen im Körbchen liegen oder auf der Couch. Gemeinsam spielen, sich gegenseitig Stofftiere klauen und im Garten rumtollen. Wir hatten keinerlei Probleme. Irgendwann fing ich an mich gezielt mehr mit dem Rüden zu beschäftigen um die Bindung zu verstärken. Dabei hatte ich immer ein Auge auf die Hündin und es machte nicht den Anschein, dass sie das stört. Eines Tages waren wir gemeinsam im Garten. Ich wollte mit beiden Hunden ein bisschen spielen. Die Hündin stand einfach rum und ich stachelte den Rüden zum spielen an. Und irgendwie ist da was schief gelaufen. Beide gingen ohne erkennbare Vorzeichen aufeinander los. Körperlich ist die Hündin überlegen. Aber der Rüden hat sich nicht ergeben. Sonst meidet er ja jegliche negative Auseinandersetzung. Aus dem Schock raus hab ich die Hündin von ihm runter gezogen um beide zu untersuchen. Der Rüde hat auch eine Wunde vom Eckzahn abbekommen. Wir standen alle unter Schock. Kurze Zeit später lag ich schon mit beiden auf der Couch und die beiden waren komplett ineinander verwurschtelt und haben geschlafen. Ich dachte, dass dann wohl alles okay sein muss, aber das war wohl nicht so. Im den Tagen danach gab es immer wieder Situationen, wo die Hündin fast kontrollieren zum Rüden hin ist. Ganz steif, Rute hoch. Sie hat ihn quasi gestellt. Ich lasse das nicht zu. Der Rüde fühlt sich dabei unwohl, will die Situation vermeiden aber kann nicht immer weg gehen. Er ist dann auch angespannt. Natürlich achte ich sehr darauf aber so ganz will ich es nicht verstehen. Es passiert jetzt 2 Wochen später immer mal wieder. Mal ein paar Tage nichts und dann gibt es wieder die Situation. Manchmal liegt der Rüde nur da, die Hündin geht zum schnuppern hin und wird steif. Als würde sie ihm nicht mehr vertrauen. Als wäre der Rüde wieder fremd, weil er sich in der Situation nicht so verhalten hat wie sie es erwartet hatte. Hat jemand einen Rat? Oder übersehe ich vielleicht etwas? Es wirkt manchmal so als hätte unsere Hündin 2 Persönlichkeiten. Vielen Grüße und danke fürs durchlesen:)
 
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Nadine
Anzahl der Antworten 62
zuletzt 18. Mai 11:36

Ins Auto springen

Ich suche nach Tipps für meinen Dickkopf. Mein kleiner sturer Dickkopf hat manchmal einfach keine Lust ins Auto zu springen. Er kann es und hat auch keine körperlichen Beeinträchtigungen. Er ist einfach nur stur und sieht es nicht ein, wenn es kein Leckerchen gibt. Hab das auch von meiner Hundetrainerin begutachten lassen, ob er Stress hat oder so, aber sie sagte auch das ich mir da keine Sorgen machen solle, er ist einfach „nur“ stur. Jetzt muss ich dazu sagen, dass ich vor einem Jahr, als er zu mir kam das genau so gemacht habe. Leckerchen in den Kofferraum geworfen und drin war er. Dann hat er aber irgendwann sich gesagt „für eins springe ich nicht mehr“ dann musste es schon ein besseres sein etc. - also mein Fehler 🫣 Jetzt hab ich es immer ausgesessen, also stand am geöffneten Kofferraum bis er dann endlich mal rein gesprungen ist. Dann war es eine Zeit lang mal wieder, naja sagen wir mal… es war ok. Aber so langsam nervt es mich. Mal nehme ich etwas Anlauf und dann springt er rein, aber des Öfteren bleibt er weiterhin stur davor stehen, dann hebe ich ihn nach der zweiten Aufforderung rein. So 24 Kilo auf Dauer zu heben nervt einfach. Habt ihr Tipps??? 😖 ich bin verzweifelt, weil jede Autofahrt immer was tolles für ihn ist. Entweder geht’s spazieren oder zu Hundefreunden oder es geht heim und es gibt essen…. Also sollte er doch richtig gern rein springen… das macht er nur wenn es regnet und der arme Hunde nass wird 😂 Liebe Grüße und danke für eure Tipps 😊
 
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Verena
Anzahl der Antworten 39
zuletzt 17. Mai 11:31

Stress - Geräusche von draussen, frisst nicht

Hallo ihr Lieben, ich habe meine Hündin aus dem TS, sie lebt seit fast 9 Monaten bei mir. Sie kannte nicht viel und so ziemlich alles machte ihr Angst. Wir haben in der letzten Zeit richtig viel daran gearbeitet und es sah auch richtig gut aus. In der Wohnung war sie fast ein normaler Hund. Draußen war sie zwar ängstlich, kam aber immer besser klar. Jetzt wird es wärmer draußen und ich habe tagsüber die Fenster geöffnet, da es sonst wirklich warm in der Wohnung wird. Für meine Hündin Stress pur. Sie hält die Geräusche von draußen nicht aus. Zur Erklärung: die „Geräusche“ sind ab und an bellende Hunde, ab und an vorbeifahrende Autos, ab und an Lachen oder Rufen von Menschen. Häufiger Gartengeräte wie Rasenmäher oder Heckenscheren. Beinahe durchgehend Vogelgezwitscher. Ich wohne hier in einer ziemlich ruhigen Lage. Sie liegt im Körbchen, bewegt sich kaum noch, hechelt sich die Seele aus dem Leib und ist dauerhaft wachsam. Aufgerissene Augen, aufgestellte Ohren. Von dem lieben, umgänglichen Hund im Winter ist nach wenigen warmen Tagen kaum noch etwas übrig. Natürlich ist jetzt draußen auch mehr los, die Geräuschkulisse hat sich verändert und es brummen deutlich mehr Gartengeräte. Ich schätze, zusätzlich zum Stress hat sie starken Schlafmangel, da sie auch immer nur kurze Nickerchen hält und gar nicht richtig schläft. Dann „hechelt“ sie mit geschlossenem Maul, atmet also sehr heftig. Nachts habe ich alle Fenster geschlossen, damit sie zumindest etwas (8-10h) Schlaf bekommt. Tagsüber habe ich die Fenster minimal geöffnet, da es wirklich etwas Luft hier drin braucht aber ich auch glaube, dass es ja nie besser wird, wenn ich dem Ganzen immer nur ausweiche. Sie bekommt mittags eine Portion Canipur Relax (Magnesium, Tryptophan, B-Vitamine & Lysin) sowie in ihr Wasser Bachblütentropfen. Das Futter verweigert sie allerdings seit heute. Ich versuche, sie möglichst in Ruhe zu lassen, mache Harfenmusik an, damit die „draußen-Geräusche“ etwas im Hintergrund sind und sie vielleicht etwas entspannen kann. Wie würdet ihr die Situation handhaben? Erst mal weitermachen & beobachten? Gibt es irgendeine Möglichkeit, ihr die Angst wieder zu nehmen ohne die Fenster zu schließen (was ja mehr Vermeiden statt Angst nehmen wäre…) Danke euch schon mal.